„Bevor du aufgetaucht bist, gab es niemanden, der so gedacht hat wie du jetzt denkst.

Niemanden der so gefühlt hat, wie du jetzt fühlst.

Niemanden der die Realität so gesehen hat, wie du sie jetzt siehst.

Du bist nicht nur in Ordnung so wie du bist – du bist eine Bereicherung.

Danke, dass es dich gibt… „

 

Dieses Zitat habe ich heute Morgen kurz nach dem Aufstehen gelesen und mein erster Gedanke war,

„Was für eine schöne Liebeserklärung!“

Und wie so oft, denke ich über die Bedeutung der aufgenommenen Worte nach. Welchen Sinn könnten sie für mich haben, wenn sie mich so berühren? Denn wenn wir mit etwas um uns herum in Resonanz kommen, will dieses „etwas“ in uns gesehen werden. Und es gibt hierfür keinen besseren Zeitpunkt als JETZT.

Wenn ich die Zeilen noch einmal lese, erkenne ich dahinter eine große Bereitschaft zur Anerkennung einer Person. Es scheint, als würde der Empfänger der Nachricht so sein dürfen wie er ist. Seine Gedanken werden akzeptiert, die Gefühle erhalten Raum und die individuelle Wahrnehmung seiner Wirklichkeit wird respektiert. Ja, der Mensch wird in seinem ganzen Sein als Geschenk gesehen. Ist das nicht wundervoll!

Wie sehr wünschen wir uns, dass uns jemand so bedingungslos annehmen kann. Und vielleicht sogar liebt….

Und wie oft versprechen wir, das unserem Gegenüber auch zu schenken. Vor allem, wenn wir ihn lieben. Sind wir nicht alle bereit, besonders in der Anfangsphase einer großen Liebe, dem anderen jeden einzelnen Stern vom Himmel zu holen? Ein sehr unrealistisches Versprechen, in einer sehr realen Verbindung zwischen zwei Menschen. Aber wir wissen ja, wie es gemeint ist – oder? Vielleicht ist das aber auch nur ein romantischer Versuch, das unbeschreibliche, großartige Gefühl, das man für den anderen empfindet, zu beschreiben. So oder so – wer hört so etwas nicht gerne? Und versteht es dann genauso, wie er es verstehen möchte.

Aber setzen wir diese wundervolle, bedingungslose Annahme wirklich um? Ich meine nicht nur, wenn wir verliebt sind. Denn dann ist es ja einfach…

Was ist, wenn wir oder unser Gegenüber in einer angespannten Lebenssituation stecken?

Schließlich denkt doch jeder so, wie er in seiner derzeitigen Lage davon überzeugt ist, dass es doch „normal“ sei. Gleichzeitig fühlt er, was er „immer schon“ in solchen Situationen gefühlt hat. Manchmal ist es Mutlosigkeit oder vielleicht fühlt er sich auch hilflos. Eventuell ist er gerade wütend oder er fühlt sich enttäuscht und allein gelassen. Haben wir das nicht alle schon einmal erlebt?!

Da steht ein Mensch vor uns, dessen Leben vielleicht gerade etwas holpriger verläuft, als er es ertragen kann. Wir sprechen mit ihm und sind für ihn da. Und doch sagt er, er fühlt sich ganz furchtbar allein. Irgendwie verstehen wir das und doch nehmen wir die Welt in diesem Moment anders wahr. Vielleicht zeigt sich aber auch der leise Gedanke, „Ich bin doch da. Wie kann er sich alleine fühlen?!“ Je nachdem in welch sensibler Lage wir uns selbst befinden kann es sogar durchaus passieren, dass wir solche Sätze persönlich nehmen und uns in unseren Unterstützungsbemühungen nicht ausreichend gewürdigt sehen. Je nachdem wie wir selbst gerade denken, fühlen und die Welt wahrnehmen.

Glaubt Ihr, dass wir uns in diesem Fall gegenseitig als „Bereicherung“ wahrnehmen? Oder beurteilen wir eher die Situation und unsere eigenen Reaktion aus unserer jeweiligen Sicht und aus der jeweiligen Befindlichkeit heraus. Ein wunderbarer Boden für potentiell missverständliche Gespräche.

Vielleicht sogar auf Dauer der Anfang von einem Ende. Je nachdem, wie intensiv auf die jeweils eigene Sichtweise bestanden wird.

Natürlich können wir sagen, dass es auf die Situation ankommt, ob das wundervolle Zitat umsetzbar ist. Aber auf welche Situation beziehen wir das nun? Und wer schätzt diese für wie „verständlich“ ein? Das macht auch wieder jeder für sich…

Es scheint gar nicht so einfach zu sein, den anderen anzunehmen wie er ist.

Doch wie oft versprechen wir es. Wahrscheinlich ohne jemals darüber nachgedacht zu haben, ob wir dazu wirklich in der Lage sind. Denn einen Menschen anzunehmen, wie er ist, beinhaltet auch seine Macken, seine Unzulänglichkeiten, seine versteckten Selbstzweifel und „Überlebensstrategien“ anzunehmen. Ohne sie zu bewerten. Und das ist, glaube ich, die größte Herausforderung dabei – ja oft sogar das größte Hindernis. Denn wir Menschen bewertet nun einmal. Schließlich müssen wir doch aufpassen, dass uns nichts geschieht! Was wäre wenn wir etwas übersehen haben und sich ein Verhalten beim anderen zeigt, mit dem wir nicht gerechnet haben und von dem wir glauben, dass wir selbst ein solches „niemals“ an den Tag legen könnten?! Man muss doch der Realität ins Auge blicken und außerdem ist „Vorsicht die Mutter der Porzellankiste“. Es ist ohnehin nicht gut, ständig liebend durch die Gegend laufen. Oder doch?

Vielleicht wäre genau das die Lösung. Der Weg, um den anderen sein lassen zu können. Liebend zu sein und zu bleiben.

Aber was hilft uns nun eigentlich wirklich dabei, den anderen annehmen zu können? Ist es echte Toleranz oder eine bestimmte Strategie? Ist es die viel besagte Blindheit, die uns die Liebe beschert? Oder die Ausschüttung von Hormonen, die eine gewisse Bereitschaft zur Anerkennung einer Gleich-Gültigkeit schafft. Oder ist es ganz einfach nur, weil wir irgendwie „in Liebe sind“…

Liebend zu sein, was bedeutet das eigentlich? Schon viele Schriftsteller haben sich darin versucht, das zu beschreiben. Ich glaube, auch das kann wieder nur jeder für sich. Dennoch würde ich es gerne einmal versuchen…

Für mich hat die Aussage „in Liebe sein“ – wie so oft – mehrere Bedeutungen. Zwei der für mich wichtigsten möchte ich gerne beschreiben.

In Liebe sein, ist für mich ein allumfassendes Gefühl für jemanden oder etwas, dass mein Innerstes komplett ausfüllt.

Wärme und Sanftheit in mir erzeugen Geborgenheit und Ruhe. Es ist, wie angekommen zu sein, nach einer langen Reise voller prägender Erlebnisse und aufregender Erfahrungen. Und das Gefühl vertrauen zu können, ist grenzenlos. Mein Herz scheint irgendwie „aufzugehen“ und ich fühle die Nähe, die mir geschenkt wird. Es ist, als begegne ich meinem anderen ICH und der Übergang zu dem DU scheint fließend. Alles fügt sich ineinander und bildet eine Einheit. Wie Ying und Yang, in einem Kreis miteinander verbunden. Vielleicht erlebt ihr das ähnlich? Oder habt ganz andere eigene Beschreibungen für diesen wundervollen Zustand.

In Liebe sein bedeutet für mich aber auch, Liebe zu leben. Sie nicht nur für und mit jemanden zu empfinden, sondern sie auch umzusetzen – auch für mich selbst. Vor allem, wenn ich bin, wie ich nun mal bin. Und mich unaufhörlich, wie um den anderen, um mich selbst bemühe. Mich mit allem anzunehmen, was mich ausmacht. Nicht nur an guten Tagen. Und das ist oft gar nicht so leicht.

Ich glaube das ist der Weg   jeden Tag in Liebe sein.

Ich glaube sogar, das ist die einzig wirklich wichtige Aufgabe, die wir in diesem Leben haben. Wenn wir den Gedanken zulassen können, dann sind wir wahrscheinlich für uns selbst die Liebespartner, die wir uns in unserem Leben wünschen.

„Ich bin der erste Mensch, dem ich begegnete, als ich das Licht der Welt erblickte. Und egal was ich mir antue, wie ich mit mir spreche, wie ich mich antreibe und vernachlässige. Ich bleibe bei mir, bis ich diese Welt wieder verlasse.“ Wie liebevoll das ist, nicht wahr? Eigentlich hätten wir es verdient, uns jeden Tag eine wundervolle Liebeserklärung schenken.

Vielleicht eine wie diese…

 

„Bevor ich aufgetaucht bin, gab es niemanden, der so gedacht hat wie ich jetzt denke.

Niemanden der so gefühlt hat, wie ich jetzt fühle.

Niemanden der die Realität so gesehen hat, wie ich sie jetzt sehe.

Ich bin nicht nur in Ordnung so wie ich bin – ich bin eine Bereicherung.

Danke, dass es mich gibt… „

 

Und wenn wir in der Lage sind, zu tolerieren, dass uns das nicht immer gelingt, weil wir menschlich sind, dann gelingt es uns vielleicht auch, dies unserem Gegenüber einzuräumen.

Ich finde, das ist ein wunderbarer Anfang, jeden Tag ein bisschen mehr in Liebe zu sein…

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