Wie aus Liebe Freundschaft wird

Wir lieben sie einfach, die Schmachtstreifen á la „Harry and Sally“, in denen gerade der umgekehrte Fall in allen Facetten dargestellt wird – Freundschaft, die zur Liebe wird. Und sicher ist es auch schon dem einen oder anderen im echten Leben so ergangen.

Doch leider geht in so mancher Beziehung genau dieser wertvolle Schatz der Freundschaft verloren und der Raum der vertrauten Zweisamkeit mutiert zur Arena eines subtilen Machtkampfs. Und man verliert den Blick für das Wesentliche in dieser Begegnung … die Liebe.

Liebe, was ist das eigentlich?

Ist es der verbindende Moment, wenn man Mit-Gefühl empfindet? Oder der Augenblick ehrlichen Verständnisses für jemanden? Ist es das göttliche Gefühl der Verbundenheit oder das erleichternde Gefühl der Gelassenheit? Vielleicht ist es sogar die kindlich-naive Leichtigkeit des Seins, wenn man die Zeit ohne Wenn und Aber miteinander verbringt? Ich glaube, in der Liebe ist das alles so sehr miteinander verwoben, dass man es gar nicht voneinander trennen kann…

Schon viele „Experten“ und Poeten haben sich hierüber die Zähne am Ende ihres Bleistiftes ausgebissen. Aber keiner kann ihn „wirklich“ definieren, diesen universellen Ausdruck tiefer Verwobenheit. Doch jeder sucht danach – und genau das ist das „Problem“. Die Suche nach der großen Liebe. Sie endet meist in der Suche nach der Stecknadel im Heuballen, den man sich in einer völlig natürlichen Phase der „Auseinandersetzung“ gegenseitig an den Kopf knallt. Dabei liegt das Gute doch so nah …

Foto: © Sascha Kohlmann

Die Erinnerung an eine wundervolle Freundschaft

Genau genommen ist Liebe unbeschreiblich. Doch sie ist immer da – tief in unserem Inneren. Ob wir sie empfinden oder nicht, entscheiden nur wir selbst. Kein Umstand, kein anderer Mensch, kein Haben – nur das eigene SEIN. Doch leider geschieht es viel zu oft, dass man sich und sein Sein in einer Liebesbeziehung verliert – und damit auch die zu Grunde liegende Freundschaft. Da werden Versprechen leichtsam zum Pflichterfüllungsmarathon und geschenkte Herzen mit einem Trojanischen Pferd namens „Selbstverständlichkeit“ eingenommen. Und mit Argusaugen wird nach dem nächsten passenden Augenblick gesucht, um im „Rechthabmodus“ den Selbstwert des Gegenübers zu bombadieren. Das würden wir unseren besten Freunden niemals antun …

Doch was wäre, wenn wir eine völlig natürliche Beziehungsphase namens „Auseinandersetzung“ als das nehmen könnten, was sie wirklich ist?

Eine Chance, sich auseinander zu setzen

Um etwas Abstand zu gewinnen und sich und dem anderen Raum zu schenken. Um sich wieder zu finden – vor allem sich selbst. Und die Freundschaft, mit der alles einmal begann. Ja, vielleicht sollte man sich sogar auch tatsächlich direkt gegenüber zu sitzen. Mit der Haltung zweier Freunde, die sich sehr wichtig sind…

Denn als man sich einstmals begegnete, war es nicht relevant, wer Recht hatte, sondern man interessierte sich für die Meinung des anderen. Und das offenherzige Nachfragen bei Missverständnissen war ein Zeichen liebevoller Aufmerksamkeit. Dabei wurde die gegenseitig eingeräumte Zeit als ein Geschenk wahrgenommen und mit Respekt und Leichtigkeit gefüllt. Sie verflog oft viel zu schnell und wurde daher intensiv genossen und genutzt. Lachen und Weinen hatten Raum und beides war lustvoll oder sanft in tiefes Vertrauen eingebettet.

Wäre es nicht genau aus diesem Grunde wünschenswert, einen Schritt aus der heillosen Verstrickung, die einmal eine heilsame Verbindung sein sollte, heraus zu treten, wenn die Liebe für einen Moment ihre Kraft verloren hat? Heraus aus der Arena des Messens und der Schwere, um sich zu besinnen (auch auf sich selbst) und um gemeinsam zum Ursprung der Begegnung zurückzukehren. Um der Liebe die Chance zu geben, dem gleich zu tun. Und sich als Freunde sagen zu können …

Du erinnerst mich an Liebe.

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